Vielleben
Die Stillen Mitbewohner
Eine Dokumentation

Die Ausreizung gängiger Stilllebensujets – Gläser und Flaschen in jeglicher Form, Vasen, Pflanzen, Statuen, Porzellanfiguren, Obstkörbe, usw. – hatten die Erschaffung zusätzlicher Protagonisten zur Folge, die Stillen Mitbewohner genannt.

Die Stillen Mitbewohner erweitern das Spektrum an Modellen nicht zur zahlenmäßig, sondern sorgen auch durch Ihre verschiedenen Charaktere für eine ordentliche Belebung der gesamten Umgebung.

Somit ergibt sich eine bewusste und mit sarkastischem Lächeln herbeigeführte Erweiterung des herkömmlichen Begriffes „Stillleben“: der Darstellung lebloser oder unbewegter Dinge des Alltags. Da jedoch mittlerweile zurecht geahnt werden darf, dass auch die reglosen Dinge miteinander in belebte Beziehungen treten, diese Beziehungen aber leider durch die verschiedenen Zeitdimensionen nicht von Anderen erfahren werden können, drängt sich die Ausdehnung der Begriffsgrenze „Stillleben“ förmlich auf und wird zum Vielleben – und unsere lieben erfundenen Wesen erhalten selbstverständlich ihren wohlverdienten Platz darin.

Was die Vielleben alles miteinander treiben oder unterlassen kann nicht immer unmittelbar nachvollzogen werden, da sie als unbelebte Skulpturen scheinen.

Durch ihre zugeordneten Schemata jedoch, durch ihre Tugenden, Untugenden, ihre reale Figuralitäten und ihre fiktive Verhaltensweisen legen sie Zeugnis ihres verborgenen Lebens ab – und sind somit hervorragende Ausgangsbasis für Schaffensinhalte jeglicher Art.

Die bildnerische und dreidimensionale Umsetzung widmet sich dem besagten Phänomen der Vielleben und bringt in verschiedensten Formen der unmittelbaren Auseinandersetzung eine Parallelwelt halb Realität halb Fantasie in liebevolle Erscheinung.

Text als Download:
Vielleben – Eine Dokumentation